Ukraine
"Tut" sich wirklich etwas? Drucken
Eine gute Frage, die vielleicht durch den nachfolgenden Text so etwas wie eine Antwort erfahren kann.
Der Artikel zuvor war mit dem Satz beendet worden, dass "bestimmte gesellschaftliche Gruppen in der Ukraine noch jahrelang der Hilfe aus dem Westen bedürfen". Und mit der in diesem Satz zum Ausdruck gebrachten Meinung scheinen wir auf der richtigen Spur zu sein, denn als ob es einer Bestätigung bedürfte, bekamen wir den Text eines Leserbriefes, den ein ukrainischer Bürger, wohl ein älterer Mann, in einer Zeitung in einer Stadt südlich von Kiew veröffentlichte.
Dieser Brief hat uns so bewegt, dass wir uns entschlossen, ihn hier in voller Länge abzudrucken, wobei wir den Schreiber, nennen wir ihn Andrej, nicht einmal um Erlaubnis bitten können. Aber ich denke, das wäre kein Problem.
Andrej schreibt zur Situation in seinem Land unter der Überschrift
Fürchte dich nicht
folgendes:
Die Mehrheit der Ukrainer empfindet momentan, genauer mit dem Antritt der neuen Staatsmacht, am eigenen Leib eine Krisis. Die Krisis ist künstlich, durch unsere sich dem Volk gegenüber wie absolute Herrscher verhaltenden Regierung entstanden.
Zur Zeit gibt es in der Regierung Leute, für welche die Begriffe Ehre, Würde und Heimat nur leere Worte sind. Sie sind daran interessiert, dass sich die Ukraine im Niedergang befindet. Dass die Menschen die Wahrheit nicht kennen, ihre Kultur, Geschichte, die Sprache und die Heldentaten ihrer Väter und Großväter nicht achten und schätzen.
Ich glaube daran, dass früher oder später die Zeit kommt, wo die Menschen unter diesen Bedingungen einfach nicht überleben können, das heißt unter den Voraussetzungen des ständigen Betrugs, der Unverschämtheit und der Lüge. Während mehr als 80% aller Budgetmittel einfach von den Beamten gestohlen werden, wird uns weisgemacht, das seien die Folgen der Krisis. Gleichzeitig ist unser Land mit seinem so großen Potenzial an wirtschaftlichen Möglichkeiten auf dem vorletzten Platz der Armut in Europa.
Man versucht, in uns den Sinn der Ehre, den Geist der Freiheit, der menschlichen Würde, den einfachen Wunsch, im eigenen Land würdig zu leben, auszurotten und zu töten. Dies in der Heimat, auf dem Boden unserer Ahnen! Und wir schweigen dazu. Warum? schweigen wir? Das ist doch unser gemeinsames Schicksal. Das Los unserer Kinder, der Mütter, der Väter, der Heimat. Wir haben es uns angewöhnt, zu schweigen Wir haben uns angewöhnt, uns zu fürchten. Wir sind zu faul zum Denken. Wir vertrauen den Lügen und lassen Verbrecher an die Macht kommen, sittenlose, unmoralische, verlogene, feige, niederträchtige Leute!
Sie sind bereit, einem das letzte wegzunehmen:
die Rente, die Vergünstigungen für Invaliden, die Kindergärten und Schulen, den Boden und die Arbeit!
Überlegt mal, warum das alles geschieht?
Für diese Leute gibt es keine Heimat, kein Gewissen, keinen Charakter. Auf ihren Gesichtern sind die Lügenmasken des Betrugs, hinter denen sich ihre schwarzen und habgierigen Seelen verbergen.
Als ein Patriot glaube ich in der Tiefe meiner Seele, dass die Mehrheit der ukrainischen Menschen es nicht verlernt hat, mit dem Herzen zu denken und zu fühlen. Dass viele von uns fähig sind, die Wahrheit zu erfahren und zu verstehen. Und ich hoffe, dass wir uns zusammentun können und die hervorragenden Heldentaten unserer Großväter und Väter, die den Sieg um die Freiheit und Unabhängigkeit unserer Heimat errangen, wiederholen.
Wir müssen kämpfen, um zu überleben und um zu beginnen, ein neues und würdiges Leben zu führen.
Unsere Stärke liegt in der Einigkeit.
Gott rette die Ukraine!
Aufrichtigst, Andrej.
Starke Worte! Die aber wohl von Herzen kommen.
Und noch eine Randbemerkung: Wir haben Informationen, dass die Ernährungslage vor allem im Osten der Ukraine katastrophal sein soll. In einigen Berichten werden die Zustände mit den Hungersnöten in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts verglichen.
Wer fragt da noch, ob Hilfe nötig ist?

Reinhard Knauf
 
Zwischenbilanz Drucken
In vielen Jahresberichten haben wir über viele Konvois berichtet, Hilfsmaßnahmen, die, das gebe ich gerne zu, auch ein wenig den Charakter des Abenteuers in sich trugen: Man bachte nicht nur Hilfsgüter in die Ukraine; man war auch lange unterwegs und erlebte auf der Reise viel.
Und zu Hause gab es dann etwas zu erzählen. Deshalb wollten immer viele mit bei diesen Konvois. Und das ist/war auch ganz legitim, finde ich.
Das soll aber nicht Thema dieses Berichtes sein. Hier soll vielmehr in einer Art "Zwischenbilanz" versucht werden, all das, was wir gemacht haben, mehr aus der Distanz zu sehen.
Wie oft wir in der Ukraine, genauer, in Borispol, gewesen sind? Ich weiß es gar nicht mehr genau. Aber es waren viele Reisen, jede war anders, jede hatte einen besonderen Höhepunkt, jede dieser Reisen hat "etwas mit uns gemacht", etwas, dessen wir uns gar nicht sofort bewusst wurden, das erst lange nach dem Ereignis aus dem Unterbewusstsein an die Oberfläche stieg.
Ich weiß nicht, wie es anderen geht, ich denke aber, die Empfindungen sind ähnlich: Der Zweck jeder Reise war, etwas zu tun, anderen Menschen Hilfe zu bringen. Das geschah, und dann stellten wir aber fest, dass wir nicht nur "gebracht" hatten, sondern selbst auch beschenkt zurückkehrten. Oder anders ausgedrückt: Wir haben nicht nur "gegeben", sondern auch "mitgenommen", weil, und das ist das Eigenartige und Schöne, der Schenkende immer selbst reich beschenkt aus dem Akt des Schenkens hervorgeht.
ZU kompliziert?
Eigentlich nicht, denke ich; es erschließt sich schon, wenn man den Satz zum zweiten mal liest.
Aber dieses "Intermezzo" hier, diese Zwischenbilanz, will auch noch auf etwas ganz anderes hinweisen. Es gibt da nämlich noch einen Aspekt, der immer ein wenig zu kurz gekommen ist, nein, nicht schlimm, aber man muss darüber reden.
Bisher war immer nur von "Erlebnissen" die Rede; nun wollen wir uns den "Ergebnissen" zuwenden, davon reden und berichten.
Was sind "Ergebnisse" einer humanitären Hilfeleistung? Ganz einfach, sagen viele, man bringt, was andere dringend brauchen, hilft ihnen damit aus einer momentanen Notsituation.
Wer Hunger hat, braucht etwas zu essen, wenn man durstig ist, muss man trinken, und wer halbnackt durch die Gegend läuft, ist mit einem brauchbaren Kleidungsstück gut bedient.
Für all das haben wir gesorgt, und das war gut und richtig so.
Nur: Die Nahrungsmittel reichen nicht ewig, der Durst kommt schneller wieder, als einem lieb ist, und die Klamotten sind irgendwann auch wieder zerrissen und unbrauchbar.
Und dann?
Neue Lebensmittel, neue Kleidung?
Immer wieder?
Bis in alle Ewigkeit?
Man schenkt, habe ich gesagt, und dabei kommt immer auch an den Schenkenden etwas zurück - aber ist das, was man schenkt, auch von "nachhaltiger" Bedeutung? Will sagen: Wird das, was man jahrelang anderen Menschen bringt, dort restlos verbraucht, oder bleibt etwas davon zurück, nei, nicht nur Spuren, sondern etwas, auf dem die Beschenkten mit eigenen Initiativen aufbauen können?
Selbstverständlich ist diese Frage in unserem Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" über Jahre hinweg diskutiert worden. Sie ist immer noch ein beherrschendes Thema bei fast allen Zusammenkünften. Und das muß auch so sein, denn wenn man die eigene Arbeit nicht ständig hinterfragt, verliert sie einen Großteil ihres Sinns.
"Immer nur bringen, auch wenn da etwas zurückkommt, okay, aber allmählich müssen die doch auch auf eigenen Füßen stehen", ist eine Meinung, die man im Arbeitskreis häufig zu hören bekommt. Und ich denke, man sollte für diese Ansicht Verständnis aufbringen. "So viele Jahre fremde Hilfe, da sollte man doch annehmen, dass die jetzt auch mal was Eigenes aufbauen können."
Mehr scherzhaft, doch mit einem gewissen Unterton wurden dann die Enten im Bad Nauheimer Kurpark-Teich ins Spiel gebracht, die draußen auf dem Wasser herumschwimmen, aber immer ans Ufer kommen, wenn sich dort jemand zeigt. Wissen sie doch, dass es jetzt wahrscheinlich etwas zu kauen gibt.
Die Menschen in der Ukraine, sagen einige, gleichen diesen Enten. Sie machen nichts oder nicht viel; sie werden aber aktiv und kommen herbei, wenn ein Hilfskonvoi mit humanitärer Hilfe zu erwarten ist.
Meinungen, die man nicht einfach abtun, die man ernstnehmen muß, wenn man über weitergehende humanitäre Hilfsmaßnahmen nachdenkt.
Ist denn das wirklich so?
Dass "die da drüben in der Ukraine" gar nichts machen?
Dass es keinerlei Veränderungen gibt?
Das wollen wir jetzt genauer wissen, und deshalb schauen wir mal, was sich zum Beispiel in Borispol in den letzten Jahren so alles verändert hat, denn:
Es tut sich was in Borispol!

Reinhard Knauf
 
Erinnerungen an 1986 Drucken
Erinnerungen an 1986 werden wach!

GIESSENER ALLGEMEINE vom 17.März 2011 – leicht gekürzt

… mit schierer Fassungslosigkeit verfolgt man beim Langgönser Arbeitskreis »Leben nach Tschernobyl« die Bilder vom Katastrophen-Szenario in Japan.

„Wir warnen schon lange davor, dass die Menschheit so etwas noch einmal erleben muss. Das alles ist so furchtbar, dass wir es überhaupt nicht richtig begreifen können«, fasst Gerhard Keller die persönliche Betroffenheit auch namens der Arbeitskreis-Verantwortlichen Eberhard Klein und Reinhard Knauf zusammen. Man wolle nun keineswegs mit erhobenem Zeigefinger dastehen, allerdings müsse Politik nun klar aufzeigen, wie es mit der Atomenergie und nach dem vorübergehenden „Ausstieg vom Ausstieg“ nun weitergehen solle.

Gerhard Keller: »Jetzt nur auf Wahltermine zu schauen, wäre keine angemessene Reaktion, sondern erbärmlich«. Denn nur allzu deutlich noch stehen den Arbeitskreis-Aktiven ihre Begegnungen in der Tschernobyl-Region vor Augen: »Wir haben Menschen kennengelernt, die strahlenkrank waren, den Tod vor Augen hatten .Nicht auszudenken, welch furchtbares Desaster nun auf Japan zukommen könnte. Wo sollen die Millionen Menschen hin?“

Betroffenheit löst bei Keller, Knauf und Klein vor allem der Brief einer Pfarrerin der deutschen Evangelischen Gemeinde in Tokio aus, der hierzulande schon in Gottesdiensten verlesen wurde: »Das Entsetzen ist so groß und so nah, dass ich es nicht fühlen kann. Es passt in eine Seele nicht hinein.

Gerhard Keller
 
Es tut sich was in Borispol Drucken
Ja, das stimmt wohl!

Zwar blickt der vor dem Rathaus stehende und jedes Jahr neu mit Goldfarbe angestrichene Genosse Lenin immer noch starr nach Norden, aber auch er kann nicht übersehen, dass sich rings um ihn in der Hauptstraße von Borispol pulsierendes Leben breitmacht. Von dem Stadtbild, das wir vor fast zwanzig Jahren vorfanden, als wir zum ersten Mal hier waren, ist nicht mehr viel übrig. Läden gab es damals kaum oder gar nicht, das Straßenbild wurde von Grautönen dominiert, die einzigen Farbtupfer setzten alte Frauen mit ihren bunten Kopftüchern, die an den Straßenecken ihr kümmerliches Angebot zum Verkauf ausbreiteten - ein paar schrumpelige Äpfel, Tomaten, eine Kanne mit saurer Sahne ... das war's.
Die alten Frauen sind zwar immer noch da, aber nur noch als Randerscheinung, sozusagen als folkloristische Beigabe, etwas, das einem ins Gedächtnis springt, wenn man "Ukraine" denkt. Jetzt macht jeden Tag ein neuer Laden auf, das Angebot ist reichlich, Unterhaltungselektronik wird auf hohem Niveau angeboten. Die Supermärkte mit ihren Selbstbedienungsmöglichkeiten, mit ihren Käse- und Fleischtheken sind weit entfernt von Traditionen östlicher Basare.
Die Menschen, vor allem die jungen Leute, sind westlich gekleidet, die jungen Frauen haben keine Mühe, in puncto Aussehen und Schick mit ihren westlichen Vorbildern zu konkurrieren. Es gibt - scheint's - andauernd neue Restaurants und Kneipen ... und alle sind gut besucht. Nur seinen Platz darf man sich nicht selber aussuchen; der wird immer noch zugewiesen, das ist wie früher.

Wohlstand - und der Blick hinter die Fassaden

Pulsierendes Leben in Borispol also, westlich gekleidete Menschen, Läden, in denen es alles zu kaufen gibt, Banken, Kioske, Restaurants, die wie Pilze aus dem Boden schießen - und dann humanitäre Hilfe! Ist das nicht ein Widerspruch? Ja, alter Lenin hinter mir auf deinem Sockel. Nun sag' mal: Ist das ein Widerspruch? Nein, sagt er, denn wenn man hinter viele Fassaden blickt, sieht man andere Bilder. Da gibt es große Not, viel Elend, das der real-existierende Sozialismus leider nicht beseitigen konnte und welches die kapitalistische Gesellschaft nun in rasantem Tempo verstärkt. Alte Menschen beispielsweise, die mit ihrer ganz kleinen Rente kaum überleben können, sind die eindeutigen Verlierer des Aufschwungs, der vollkommen an ihnen vorbeigeht. Für sie ist wenig oder gar kein Platz in dieser erbarmungslosen Ellenbogen-Gesellschaft. Sie werden, nein, sie sind schon an den Rand gedrängt worden, und wenn andere ihnen nicht helfen ...Es gibt viele Kranke, die ihre Medikamente nicht bezahlen können, obwohl die gesundheitliche Versorgung eigentlich kostenfrei sein soll. Aber das steht nur auf dem Papier. Pech gehabt!
Die Kinder ... Es gibt Tausende, für die von den Brosamen vom Tisch der Reichen aus dem Westen nichts abfällt. Allein in Kiew sollen etwa 30 000 Kinder zwischen sechs und fünfzehn Jahren auf der Straße leben. Man begegnet ihnen auf Schritt und Tritt. Noch einmal: alte Menschen. Ich habe in keiner europäischen Millionenstadt so viele alte Leute betteln sehen wie in Kiew. Sie und die streunenden Kinder bilden einen scharfen Kontrast zu den anderen, gut Gekleideten, die im dicken Auto über den Kreschtschatik (Prachtstraße in Kiew - Anm. d. Verf.) fahren, halten, eine Tüte Gebäck kaufen, ein Stück essen, den Rest wegwerfen und dann amüsiert zusehen, wie sich zerlumpte alte Frauen um die Reste streiten.
Eindrücke, die sich unauslöschlich einprägen! AIDS ist ein riesiges Problem in der Ukraine. Nirgendwo in Europa ist die Zuwachsrate so hoch wie hier. Die Offiziellen scheinen das zwar zur Kenntnis zu nehmen, aber es berührt sie nicht eigentlich.
Wieso auch? Prostitution ist verboten, also gibt es auch keine. Sagt man! Wie soll man sich da infizieren? Drogen-Abhängige? Na ja, die paar. Die fallen doch gar nicht ins Gewicht. Oder sehen Sie hier irgendwo welche? Ja, ich sehe sie, überall. Dort drüben zum Beispiel - da bietet ein blutjunges Mädchen seine Dienste an, und der Milizionär direkt daneben hält die Hand auf. Wenn er bezahlt wird, sagt er nichts. Wie bei uns! Der ganze Wohlstand, den der Genosse Lenin von seinem Sockel vor dem Borispoler Rathaus überblicken kann, die Hektik des soeben erwachten Geschäftslebens ... alles nur Fassade? Sicherlich nicht, nein, vieles davon wird echt sein und einen allmählichen kontinuierlichen Aufschwung, eine sichtbare Verbesserung verheißen.  Aber die Gesellschaft hier ist deutlich gespalten in einen kleinen Teil, der sehr viel besitzt und das auch deutlich zur Schau stellt, und in einen sehr großen Teil, der gar nichts hat. Dazwischen beginnt sich so etwas wie ein "Mittelstand" zu entwickeln, aber das ist noch ein zartes Pflänzchen, man muss es sorgsam begießen und vor rauhen Winden schützen, damit es wachsen kann.

Humanitäre Hilfe - wie lange noch?

Wenn man zwanzig Jahre lang immer wieder in ein fernes Land reist, um mit humanitärer Hilfe den Menschen dort unter die Arme zu greifen, erwartet man nach so langer Zeit Ergebnisse. Vor allem dann, wenn man weiß, dass viele andere das gleiche tun. Sehen wir Ergebnisse? Gewiß!
Wer das leugnen wollte, macht wohl ganz bewußt die Augen zu. Es ist wenig, was da sichtbar wird, aber es ist da, keine Frage. Und wenn's die Betten in der Klinik oder die Waschmaschine im Altenheim, die Ausrüstung in der Nähstube oder die warme Mahlzeit aus der Suppenküche ist. Nicht viel vielleicht, gemessen am Einsatz über die lange Zeit hinweg ... aber: Wenn man nach so langer Zeit erst jetzt ein paar Ergebnisse sieht, ist das ein Beleg dafür, wie groß die Not war - und immer noch ist.
Wir waren einmal mit dem Bürgermeister von Borispol zusammen, und im Gespräch mit ihm gab es einige bemerkenswerte Sätze: "Wir sind vor Jahren davon ausgegangen, dass die humanitäre Hilfe für die Opfer (der Katastrophe von Tschernobyl) vier, fünf Jahre andauern sollte und dann erledigt wäre. Heute wissen wir, dass wir durch die ungeheuren Folgekosten, die wir allein nicht tragen können, für bestimmte gesellschaftliche Gruppen in unserem Lande noch sehr lange auf humanitäre Hilfe aus dem Westen angewiesen sein werden." Das wollen wir dann auch tun. Und wenn es noch einmal zwanzig Jahre dauern sollte!

Reinhard Knauf