Atommüll
Endlagerstelle blockieren Drucken
Gorleben365 - Endlagerstelle blockieren!

Seit August 2011 läuft die gemeinsame Kampagne von Kurve Wustrow Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion und X-tausendmal quer an der Atommüllendlagerbaustelle in Gorleben. Dabei wird ein Jahr lang an möglichst vielen Tagen der Baustellen-Verkehr zum Bergwerk behindert. Denn obwohl in dem Salzstock in Gorleben nur Erkundungsarbeiten genehmigt sind, geschieht dort tatsächlich der Endlagerausbau. damit versucht die Regierung weiter Fakten zu schaffen und Gorleben als Endlager zu zementieren. Mit Gorleben365 halten viele Menschen Tag für Tag dagegen, ein ganzes Jahr lang: ob Poetry Slam oder Gebet, Orchester oder Pony-Show, Senioren oder Schüler. Viele waren schon da und haben blockiert. Die Erfolge sind deutlich: Mal müssen die Betreiber eigenhändig ihren Zaun durchschneiden, um den Schichtwechsel durchführen zu können, dann werden die Wochenendschichten ersatzlos gestrichen, um einigen Blockaden zu entgehen.

Text stammt von Gorleben 365, Bearbeitung: Gerhard Keller
 
Aktionskonsens Castor 2011 Drucken
Selbstverpflichtungserklärung: Aktionskonsens Castor 2011

Wir werden diesem hochradioaktiven Castor-Transport aus La Hague mit einer großen gewaltfreien Sitzblockade den Weg versperren. Wir wollen andere Menschen mit unserem Handeln dazu motivieren, Verantwortung nicht zu delegieren, sondern sich eigenverantwortlich für den Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen. Unsere Sitzblockade ist ein Akt des Zivilen Ungehorsams. Gesetze und Vorschriften, die nur den reibungslosen Ablauf des Castor- Transports schützen, werden wir nicht beachten. Wir werden die Straße nicht freiwillig verlassen, weil wir in Anbetracht des atomaren Restrisikos und der ungelösten Entsorgungsfrage unsere Aktion als legitim und notwendig erachten. Bei polizeilichen Räumungen werden wir besonnen und ohne Gewalt handeln. Durch mögliche Demonstrationsverbote und juristische Verfolgung lassen wir uns nicht abschrecken. Wir streiten für das Leben und eine lebenswerte Zukunft. Daran orientiert sich auch unser Handeln. Wir werden keine Menschen verletzen. Unser Anliegen ist es, allen Menschen mit Aufrichtigkeit, Respekt und Gesprächsbereitschaft zu begegnen. Die PolizistInnen sind nicht unsere GegnerInnen. Deshalb versuchen wir in unserem Verhalten zum Ausdruck zu bringen, dass wir die einzelnen PolizistInnen als Menschen achten, auch wenn wir ihr Handeln oder ihre Rolle kritisieren. Wir werden polizeilichen Maßnahmen ausschließlich gewaltfrei begegne. In unserer Zusammenarbeit versuchen wir, hierarchiefreie Strukturen zur Anwendung zu bringen. D.h. wir werden nicht nach dem Mehrheitsprinzip, sondern nach dem Konsensprinzip entscheiden und uns untereinander so weit wie möglich absprechen. Wir werden uns bemühen, die Situation während unserer Aktion überschaubar zu gestalten, damit alle Beteiligten gute Bedingungen für ein selbstbestimmtes Handeln haben. Wir werden uns gewaltfrei und entschlossen dem Castor-Transport in den Weg setzen.

Gerhard Keller